welsaufzucht

unter diesem thema möchte ich die verschiedenen aufzuchttechniken vorstellen die ich für meine fische benütze.

l-welsaufzucht

Anfangs wird wie den meisten bekannt, das männliche tier inkl. seiner tonhöhle in das einhängebecken gelegt. das männchen bleibt solange im einhängebecken bis die jungen geschlüpft sind.

um die nachwuchsrate so gross wie möglich zu halten, spühle ich zwei tage nachdem ich den ersten geschlüpften jungfische gesichtet habe, die röhre. das männchen bleibt dabei in der röhre und wird zurück an die gleiche stelle zurückgelegt. so weiss das tier wo es sich befindet wenn es wieder aus der höhle kommt, und trifft so schneller auf die weibchen :)

 

 

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die jungwelse bleiben nun einige wochen im einhängebecken und werden dort gezielt gefüttert. meist mit staubfutter das ich aus diversen tabletten und sushialgenblätter in der kaffeemühle zu staub verarbeite.

sobald die tiere genug stark sind setze ich sie in ein 30L becken um indem ich sie dann bis zur verkauftgrösse weiterpflege.

 

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das aufzuchtbecken

meine aufzuchtbecken sind um 40x27x30cm gross luftheberbetrieben mit stirnseitigem mattenfilter. je nach fischdichte muss ich bei dieser grösse bis zu 3 mal die woche wasserwechseln !

sehr praktisch zur einrichtung sind schiefersteinplatten, bambusrohre und seemandelbaumblätter, kokosnussschalenstücke usw.

 

wichtige punkte um unfälle der tiere zu verhindern:

- die schieferplatten so legen das sie einsturzsicher sind!

- den bambus wähle ich beidseitig offen um eine verstopfung durch schnecken, wie welse zu verhindern. das futter schwimmt den tieren in die röhren und die frischwasser zufuhr ist so eher gewährleistet.

- apfelschnecken ins welsbecken mit röhren egal welcher form können sich verklemmen und für manche tiere tödlich enden!

- ich benütze red fire garnelen sobald die jungwelse reaktionsschnell sind. diese wirbeln den mulm auf und reinigen besser wie schnecken! futtertabletten werden meist verschleimt.

- seemandelbaumblätter bieten eine bakterienoberfläche von der die jungwelse auch ohne futterzugabe nahrung finden.

- ein stück holzsollte nie fehlen. holzfasern begünstigen die verdauung der welse im allgemeinen.

 

schieferplatten kann man je nach schieferart sehr gut mit einem schraubenzieher und einem hammer in scheiben teilen.

 

 

 

 

 

um die schieferplatten zu unterlegen benütze ich kleine tonklötze aus dem kinderspielladen

diese kann man für kleine welse flach oder für grössere hochkant LEGEN nicht stellen (einsturzgefahr!)

die klötze werden so positioniert das kein kippen der weiteren lage möglich ist

 

 

 

 

 

 

 

 

 

trotz des kleinen becken finden so etliche jungtiere ihren platz. durch die etagenbauweise vergrössere ich die grundfläche gut das doppelte.

 

 

 

 

 

 

so würde eine simple und doch reativ schöne einrichtung eines auszuchtbeckens aussehen.

die einrichtung sollte auch praktisch sein da man doch den einen oder anderen wels rausfange möchte. diese version ist mit wenig aufwand ausgeräumt und wieder genau so schnell zusammengestellt.

 

 

 

 

 

 

Sturisoma festivum

ich halte die sturisoma festivum in leitungswasser mit KH6 und zimmertemperatur. sobald laichbereite weibchen sich um männchen scharen ist's soweit. in den nächsten stunden kann man damit rechnen das abgelaicht wird.

bei mir laichen die sturisoma vor allem an der rück- oder frontscheibe des beckens was sehr praktisch ist um den die entwiklingsphase zu beobachten.

sobald das gelege am untergrund klebt sorgt sich das weibchen um das gelege und befächelt es non stop.

die entwicklungsdauer bis zum schlupf bewegt sich je nach temperatur um 6 - 9 tage.

 

 

 

 

 

sobald die embrios dunkelbraun werden und einzelne eihüllen bereits leer sind ist es an der zeit die kleinen zum schlüpfen zu bringen, da sie sonst ausschwärmen und sich im ganzen becken verteilen.

ich nehme dazu einen kurzen luftschlauch und ein luftröhrchen. das röhrchen dröcke ich seitlich an das ei und sobald es auspoppt sauge ich den jungwels ein. manchmal lösen sich durch festeres schieben mit dem rohr auch ganze eier was mir lieber ist. diese sauge ich ebenfalls ein und setze sie um ins einhängebecken.

um einzelne eier zum schlüpfen zu bringen kann man diese 2min. ins trockene legen ud sie dann ins kühlere wasser plumpsen lassen. normalerweise sollte die eihülle so aufplatzen. ansonsten belasse ich die eier so bis zum nächsten tag. meistens sind dann alle bereits geschlüpft

 

 

die jungwelse zehren in den ersten zwei tagen von ihrem dottersack. erst am dritten tag beginne ich zu füttern.

von zu staub gemahlenen spinat, spirulinapulver, diversen tabletten und sushialgenblättern wird alles genommen. sehr wichtig ist das sie viel frischwasser bekommen (einhängebecken) und mehrmals täglich mit staubfutter gefüttert werden.

neuerdings lege ich ihnen sushialgenblätter in stücken ins becken so haben sie über mehrere stunden grünfutter auf das sie sich direkt drauflegen.

aufzuchtbecken für diese welse würde ich nicht empfehlen da die wasserqualität mit den rauhen futtermengen sehr darunter leidet was zum schnellen tot der tiere führt

 

aufzuchtbecken foto folgt

 

nach wenigen monaten sind die tiere bereit in ein gut eingefahrenes becken überführt zu werden.

es muss jedoch darauf hingewiesen werden das junge sturisomas noch mit 4-5cm sehr futterabhängig sind und man sie noch immer sehr gut füttern muss. es kommt nicht selten zum massensterben durch...verhungern !